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Tucuxi (Sotalia guianensis und Sotalia fluviatilis)
 
 
   
   

1. Beschreibung
Das Wort “tucuxi” kommt von “tucuchi-una” aus der Sprache der Tupi Indianer im Amazonas Regenwald.

Das Erscheinungsbild des Tucuxis kommt dem eines Jungtieres des Grossen Tümmlers gleich. Der Tucuxi ist hellgrau bis bläulich-grau auf dem Rücken und pinkfarben am Bauch.

Seine Rückenfinne ist dreieckig und kann an der Spitze leicht hakenförmig sein. Die Meeresart der Tucuxis kann bis zu 2.2 Meter groß werden. Die Flussart erreicht nur eine Größe von 1a2 Zentimetern.

Alexander von Humboldt war wahrscheinlich der erste Naturforscher, der über die Existenz dr Delphine berichtete. Während seiner Reisen in Südamerika zwischen 1799 und 1804, schrieb er über seine Beobachtung von Delphinen 130 Kilometer Flussaufwärts im Orinoko in San Fernando de Apure, Venezuela.

Die Taxonomie der Delphine ist noch immer umstritten. In den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts wurden 5 Flussdelphinarten beschrieben. Heutzutage werden alle diese Arten in einer einzigen zusammengefasst (Sotalia fluviatilis), bei der man zwei Ökotypen unterscheidet: die marine Unterart Sotalia fluviatilis guianensis und die Fluss-Unterart Sotalia fluviatilis fluviatilis. Neueste morphologische, Verhaltens und genetische Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass es sich um zwei verschiedene Arten handelt: den marinen Sotalia guianensis und die Fluss-Art Sotalia fluviatilis.

Lies mehr über die Biologie der Sotalias.
Werde ehrenamtlicher Mitarbeiter von Mundo Azul und hilf mit, die Tucuxis zu schützen.


2. Verbreitung:


Sotalia guianensis lebt entlang der karibischen und der atlanischen Küsten Zentral und Sürdamerikas von Nikaragua (13◦N) und möglicherweise Honduras bis nach Florianopolis (27◦S) in Südbrasilien. Sein Vorkommen wurde auch berichtet von einigen Karibikinseln einschliesslich Trinidad, Tobago und das Abrolhos Archipel von Brasilien. Eine Subpopulation findet im Marakaibo Seensystem in Nordwest-Venezuela.

Sotalia fluviatilis kommt im Amazonasgebiet vor, einschließlich der Hauptzuflüsse des Amazonas, wie etwa des Putumayo und des Caqueta in Kolumbien, des Ucayali und Marañon in Peru, des Negro, Madeira und Tapajos in Brasilien und des Napo und Cuyabeno in Ekuador.

Verbreitung von Sotalia guianensis und Sotalia fluviatilis: (mod. von Flores, 2002; © CMS / GROMS).



3. Bestand

Es gibt keinerlei aktuelle Bestandsschätzung für diese Delphinart. Das wenige was wir wissen beschränkt sich auf Bestandsschätzungen in sehr kleinen Teilgebieten ihres Verbreitungsgebietes. Zusätzlich sind diese Daten bereits sehr alt, so wurde etwa der lokale Bestand der Sotalias in der Mündung des Flusses Magdalena in Kolumbien das letzte Mal 1978 auf 100-400 Tiere geschätzt.

Für Surinam werden sie als “häufig” in Flussmündungen beschrieben und in Guyana sind sie “häufig“ in unteren Bereich es Flusses Essequibo.

Schließlich schlagen wir uns mit dem Problem herum, dass Zählungen manchmal ungewollt zu grob falschen Daten führen. So wurden etwa in der Bucht von Guanabara (Rio de Janeiro) 418 Sotalias gezählt in 109 Gruppen (Geise, 1991). Jüngste Schätzungen, die auf Photo-Identifizierung beruhen kommen jedoch lediglich auf 69-75 Tiere in der gleichen Region.

Im Amazonasbecken im Fluss Solimöes zwischen Manaus und Tefé wurde eine durchschnittliche Bestandsdichte von 1.1 Sotalia fluviatilis pro Kilometer ermittelt. In der Umgebung von Iquitos wurden in 36 Beobachtungsstunden 62  Sotalias gezählt. Weiter stromaufwärts wurden Sotalias häufig in den Flüssen Samiria und Santa Helena angetroffen. In Klumbien sind sie als „häufig” für den Loretoyacu-Fluss beschrieben, ebenso für den Fluss Tarapoto, das El Correo Seengebiet und den unteren Flusslauf des Orinoco.

Eine Bestandszählung  im Jahr 1993 ermittelte 409 Delphine in 120 Kilometern des Amazonas-Flusses in Kolumbien, Peru und Brasilien. Die Dichte (Delphine pro km²) war am höchsten in Seen (8.6), nahe Sandbänken (2.8) und Inseln (2.0).

Im Naturschutzgebiet von Cayos Miskito, Nicaragua wurde eine durchschnittliche Gruppengrösse von 3.01 delphinen gemessen. 49 Sotalias wurden im Studiengebiet gezählt.


4. Bedrohung und Schutzstatus:
Sotalias sind bedroht durch Beifang, Überfischung, Lebensraumzerstörung und Umweltverschmutzung.

Sotalia fluviatilis ist im Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) und im Anhang II der Konvention zum Schutz von Wanderarten. Die Internationale Naturschutzunion (IUCN) führt den Sotalia als Art auf, für die nicht genug Information vorliegt, um ihre Bestandssituation zu beurteilen.

Das Sub-Komitee der Internationalen Walffang-Kommission (IWC) schlug im Jahr 2000 vor,

Dass Forschung notwenig ist, um die Bestandssituation und Entwicklungstrends der Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet abzuschätzen.

Das Information gesammelt werden muss, um die Sterblichkeitsrate von Sotalias in Bezug auf verschiedenen Fischereimethoden abzuschätzen.

Lies mehr über den Schutzstatus der Sotalias.

Werde ein ehrenamtlicher Umweltschutz-Mitarbeiter von Mundo Azul und nimm an unserem Tucuxi-Forschungsprogramm teil.

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